Tai Ji Quan im Chen Stil
Taijiquan ist eine Kampf- und Bewegungskunst, welche ihren Ursprung im alten China des 17. Jahrunderts hat und in der Familie Chen entstanden ist. Aus dem Chen-Stil sind alle anderen Taiji-Stile hervorgegangen.
Taijiquan entstand aus einer Verschmelzung der meditativen inneren Heilübungen des Qi Gongs (Neijiaquan) mit den äusseren Kampfkünsten (Waijiaquan oder Wushu).
Die Bewegungen werden nicht, wie wir es normalerweise gewohnt sind, von aussen gesteuert, sondern vielmehr werden innere Kraft- und Energieverläufe so gelenkt und harmonisiert, dass sie sich schliesslich in einer äusseren Bewegung manifestieren.
Taijiquan zählt daher zu den inneren Kampfkünsten und ist zur Erhaltung der Gesundheit, zur Selbstverteidigung oder als meditative Praxis einsetzbar.
Regelmässiges Training kräftigt den Körper und erhält ihn geschmeidig. Durch das Üben in Stille und Konzentration hilft Taijiquan den Alltag auszuschalten. Es hilft, die innere und äussere Haltungsstruktur zu verbessern, beruhigt den Geist und lehrt uns, das tägliche Leben bewusster und gelassener zu gestalten.
Taijiquan wird dadurch zu einer an sich Selbst ausgeübten Gesundheits- und Lebenspflege.
System des Chenstil Taijiquan
1. Zhanzhuang – die stehende Säule
2. Cansigong – die Seidenübungen
3. Taolu – Formen
4. Wuqi – Waffen
5. Tuishou – schiebende Hände
6. Fangshengshu–Anwendungen
Das Taijiquan Training ist für Alle offen.
Folgende Inhalte werden unterrichtet:
Zhanzhuang – die stehende Säule
Zhanzhuang ist eine alte Qigong-Übung, die dazu dient, uns wieder in den eigenen natürlichen, aufrechten und entspannten Zustand zu bringen.
Körper und Geist werden zur Ruhe gebracht.
Durch regelmässiges Üben wird die Körperhaltung verbessert, der Praktizierende findet zu einem tieferen Atem aus dem Dantien (energetisches Zentrum des Körpers) heraus. Zudem schult der Übende seine Körperwahrnehmung und gewinnt an innerer Ruhe.
Cansigong - die Übungen der Seidenraupe
In diesen Übungen, welche auf der stehenden Säule basieren, liegt der Schlüssel für alle weitere Bewegungen im Chen Taijiquan. Die in der stehenden
Säule erarbeitete Struktur und „In-Sich–Geschlossenheit“ des Körpers wird mit einfachen Übungen im Stehen oder Gehen umgesetzt.
Alle Glieder des Körpers müssen in Einklang gebracht, die Bewegung aus dem Dantien gesteuert werden. Der Seidenfaden darf nicht reissen. Was zuerst als einfach erscheint, wird zur grossen Herausforderung für den Übenden. Die Bewegungen sind so angelegt, dass die Energie auf bestimmte Art und Weise durch den Körper strömt.
Wir lernen unsere Energie zu vermehren und zu kontrollieren.
Taolu – Handformen: Laojia Yilu
Es findet eine Aneinanderreihung fliessend ineinander übergehender Bewegungen statt.
Ist die äussere Bewegung einer Form einmal gelernt, geht es darum, die in den Basisübungen geübten inneren Bewegungsprinzipien auch hier umzusetzen.